Geschichte von Weimar-Roth                                 Redaktion: Otto Weimar

Das Dorf "Roth" mit zur Zeit ca. 900 Einwohnern gehört seit der Gebietsreform von 1974 zur Gemeinde "Weimar" mit insgesamt ca. 7000 Einwohnern.

Es liegt im Lahntal, im Landkreis Marburg - Biedenkopf, zwischen den Städten Gießen und Marburg.

Der alte Ortskern, der im Überschwemmungsgebiet der Lahn liegt, ist heute durch einen umfassenden Hochwasserschutzdamm umgeben.

 Das Neubaugebiet "Am Heier" und auf dem "Geiersberg" ist mittlerweile in seiner Ausdehnung und Einwohnerzahl größer als das alte Dorf. Seit 1996 ist die "Lücke" zwischen dem alten und dem neuen Dorf durch das Bürgerhaus geschlossen worden.

Im Jahre 1302 wird das Dorf erstmals urkundlich unter dem Namen "Rade" erwähnt. Nach dem Historiker "Arnold" lässt der Ortsname und dessen Entstehung den Schluss zu, dass Roth viel älter ist. Weitere Namen waren: 1310 - Rode; 1527 - Rodgen; 1708/1710 - Rädgen; 1744 - Roetgen und 1747 Röth.

Das Dorf liegt im ehemaligen Schenkschen Eigen (Roth, Wenkbach, Argenstein). Es gehörte zum Besitz des Stiftes Essen und war ursprünglich dem Fronhof in Fronhausen (Lahn) zugehörig. Später wurde es vom Stift in Essen als besonderes Lehen an die Vögte von Fronhausen und damit an die Schenken von Schweinsberg gegeben. Die gesamte Einwohnerschaft waren Leibeigene.

Den Mittelpunkt des alten Dorfes stellt die ev. Kirche dar. Der in alten Kirchenbüchern aus dem Jahre 1627 erwähnte Kirchturm diente seinerzeit als Wehrturm. Die Kirche ist ein kleiner barocker Saalbau aus Sandstein. Innen und außen ist sie hell verputzt. Über der Eingangstür und den östlichen Fensterbögen sind die Jahreszahlen 1697, 1716 und 1754 zu erkennen. Ein schiefergedeckter, rechteckiger Turm überragt das Kirchenschiff.

1594/95 wurden erstmals jüdische Bürger im Schenkisch Eigen erwähnt.

Seit 1738 gab es die erste jüdische Schule.

Die Synagoge wurde 1833 wiedererbaut, nachdem die Vorgängerin 1832 durch einen Brand zerstört worden war.

In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde die Synagoge verwüstet und somit entweiht.

Ab 1993 wurde das Gebäude außen renoviert, mit der Restaurierung innen wurde 1997 begonnen.

Der Synagogengemeinde Roth - Fronhausen - Lohra, die gemeinsam die Synagoge nutzten, gehörten 1933 31 Rother Bürger (aus 6 Familien) an. Die letzten Juden wurden 1942 aus Roth deportiert.

1996 gründete sich der Arbeitskreis Landsynagoge e.V., dessen Arbeitsbereich u.a. in der möglichen zukünftigen Nutzung der Rother Synagoge liegt.

Die im Oktober 1908 erbaute und bis 1976 genutzte alte Schule wurde in den Jahren 1986/87 zu einem Kindergarten umgebaut.

Roth bietet seinen Bürgern ein großes Angebot an Vereinen, an denen sich jeder aktiv beteiligen kann. Zur Zeit existieren folgende aktive Vereine:

Sportclub „SC Roth/Argenstein“ ( mit Frauen-Gymnastikgruppe, Jugend-, Senioren- und Alte-Herren-Fußballabteilungen), Männergesangverein "MGV Liederkranz", Freiwillige Feuerwehr, Wanderverein, Burschen- und Mädchenschaft Roth, Taubenfreunde Roth und verschiedenen kirchengemeindlichen Gruppen: Kirchenchor „Jubilate“, Posaunenchor Roth - Wolfshausen, Frauenkreis, Kindergottesdienst, Singkreis und Jugendtreff.

Wie jedes Dorf wird auch das Rother Leben durch die verschiedenen Vereine und Gruppen belebt. Zur Erhaltung dieses geselligen Vereinslebens, ist das Engagement und Interesse aller Bürger gefragt und notwendig.

(Otto Weimar)